Daniel von der Ahé hört als Fechtmeister beim FCK auf, dem er seit Jahrzehnten angehörte. Der Vorstand hatte beschlossen, ihm in Anerkennung seiner großen Verdienste die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen. Die Urkunde und ein Geschenk erhielt er im Rahmen der Mitgliederversammlung.
Wir dokumentieren die Laudatio von Olaf Dellit zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft:
"Hoppeln. Das ist der Begriff, der mir eingefallen ist, als ich über Daniel nachgedacht habe. Der Anlass für dieses Nachdenken ist traurig. Du hast uns mitgeteilt, dass Du im Sommer als Fechtmeister bei uns aufhörst. Das ist mehr als ein Einschnitt. Ein großes Wort, aber es ist nicht weniger als das Ende einer Ära.
Zurück zum Hoppeln: Das ist der Begriff, den Fechtmeister Daniel von der Ahé in die internationale Fechtsprache eingebracht hat. Aber tatsächlich finde ich, dass in 'Hoppeln' viel von dem steckt, was Deine Arbeit hier ausgemacht hat. Ein fröhlicher Begriff verbunden mit anstrengender Beinarbeit. Die Verbindung aus Spaß und sportlichem Anspruch erklärt, so glaube ich, viel von Deinem Konzept. Man könnte auch sagen: Pädagogik trifft Sport.
Unseren Verein hat immer ausgezeichnet, dass wir beides anbieten und das ganz bewusst: Leistungssport und Breitensport. Nun wären einige Namen zu nennen, ob Dahlhaus, Glaser, Meißner, Süvern und viele andere, die Du auf die Erfolgsspur bzw. Erfolgsplanche gebracht hast. Aber eben auch alle jene, die keine oder nur wenige Turniere fechten und denen es um das Training, die Bewegung und das Miteinander im Verein geht. Ich habe Dich immer so verstanden, dass sie genau dasselbe Anrecht darauf haben, betreut und gefördert zu werden wie die, die um Punkte und Platzierungen kämpfen. Es wird für uns eine Aufgabe bleiben, diesem Anspruch weiterhin gerecht zu werden.
In dieses Bild passt auch, dass wir immer gerne Rollstuhlfechterinnen und -fechter im Verein hatten und zum Glück wieder haben. Ich hatte mit Katja Lüke Kontakt, die für den FCK etliche Medaillen geholt hat. 'Ohne Daniel kein Rollstuhlfechten', hat sie geschrieben und sich an ein Trainingslager in Tauberbischofsheim erinnert. Fechterinnen und Fechter hätten sehr geschwitzt und Du in Deinen schwarzen Meisterklamotten umso cooler gewirkt. Sie hat hinzugefügt, dass ich die Bezeichnungen Dipl.Soz.Päd und Dipl.Soz.Arb. auf keinen Fall vergessen dürfte, wenn ich über Dich spreche.
Ein Verein zu sein, der offen ist für Menschen mit und ohne Behinderung, egal welcher Nation und Sprache – das wollen wir sein und bleiben.
Es wäre noch viel mehr zu nennen, was Daniel geleistet hat, ob beim Umbau der Kegelbahn zur Fechthalle, den Freizeiten auf dem Sensenstein, oder bei der Mitwirkung im Vorstand und diverse Aktionen.
Ich finde, in so einer Rückschau darf auch nicht fehlen, dass es eine sehr schwierige Zeit gab. Die meisten, die jetzt hier sind, waren damals noch nicht im Verein, aber er stand wegen allerlei Streitigkeiten kurz vor dem Auseinanderbrechen. Rückblickend kommt mir vieles von dem, was damals passiert ist, geradezu absurd vor. Ich will das nicht vertiefen, sondern nur sagen, dass ich glaube, dass damals alle Beteiligten Fehler gemacht haben. Und leider sind manche Narben wohl geblieben. Umso schöner, dass wir wieder ein gutfunktionierendes Vereinsleben haben.
Wenn ich noch weiter zurückblicke, ist mir noch etwas eingefallen: Viele wissen, dass vor Daniel unser Fechtmeister Dominique Gauvillé (seine Karikatur hängt in der Fechthalle) hieß. Ohne ihn stünde ich wahrscheinlich heute nicht hier.
Ein fröhlicher, sehr charmanter Franzose, dem so schnell nichts die gute Laune verderben konnte. Er ist viel zu früh verstorben. Wennich mich nicht ganz falsch erinnere, hast Du – damals noch bei der ACT – ihn inseiner Krankheitszeit schon bei uns vertreten. Jedenfalls hat Dominique mir mal – sinngemäß – gesagt, Daniel sei eine gute Wahl für die Fechtmeisterstelle. Wieso oft hat er Recht gehabt.
(Wobei er natürlich fand, dass seine eigene Ausbildung in Paris doch ein bisschen besser sei als Deine bei der Deutschen Akademie für Fechtkunst – so viel Patriotismus wollen wir ihm gerne zugestehen.)
Die beiden hat neben den fechterischen und pädagogischen Fähigkeiten vor allem ihr Humor ausgezeichnet. Und ich finde, es gibt wenig Besseres über einen Menschen zu sagen als: Wir haben viel gemeinsam gelacht. Und das ist auch das, was mir etliche Menschen gesagt haben, die ich gefragt habe, was ihnen zu Daniel einfällt: der Humor, die Schlagfertigkeit, aber auch die Musik (Reggae, Gospel und noch viel mehr). Mentor, Aufbau-Manager, Experte – diese Begriffe fielen ebenso wie Deine Begeisterung fürs Fechten und Deine Ausstrahlung. Sogar das Wort 'Aura' wurde genannt – darauf kannst Du dir ruhig etwas einbilden, finde ich.
Der Fechtclub Kassel hat Dir, lieber Daniel, unheimlich viel zu verdanken. Deswegen hat der Vorstand beschlossen, Dir die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen. Das ist leider nicht mit finanziellen Vorteilen oder ähnlichem verbunden, aber es ist die größte Ehre, die ein Verein vergeben kann. Wir alle wünschen uns und hoffen, dass Du sie so verstehst, wie sie gemeint ist: als Dank und als dauerhafte Einladung, vorbeizuschauen, wann immer Du möchtest.
Und natürlich werden wir dann auch auf Kommando hoppeln."

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