Gelungene Rollstuhl-Premiere beim Herkulesturnier

Eine gelungene Premiere hat der Fechtclub Kassel bei seinem traditionellen Herkulesturnier gefeiert: Erstmals wurde ein inklusiver Wettbewerb ausgetragen, bei dem Rollstuhl- und Fußfechter beiderlei Geschlechts gegeneinander antraten. 13 Meldungen waren dafür eingegangen, die meisten davon aus Kassel.

Das Finale entschied Remi Peters gegen seinen Vereinskameraden Guido Fuchs mit 15:6 Treffern, den 3. Platz teilten sich Katrin Meißner und Mahei Li (alle FCK). Bester Rollstuhlfechter im Wettbewerb war Marcus Adam, ebenfalls aus Kassel. Im Turnier saßen beide Fechter im Rollstuhl, wenn ein Rollstuhlfechter beteiligt war. Trafen zwei Fußfechter aufeinander, fochten sie auf der regulären Planche.

Für das kommende Jahr hofft der Fechtclub auf noch mehr Teilnehmer. Möglich geworden war das inklusive Turnier auch durch einen Zuschuss der Stadt Kassel über 4400 Euro für Materialkosten. Beim Rollstuhlfechten sind unter anderem spezielle Gestelle sowie weitere Ausrüstungsgegenstände notwendig.

In den reinen Fußfechter-Klassen glänzten vor allem die jüngsten FCK-Mitglieder. Im Damendegen U11 holte sich Sophia Thomas Gold, nachdem sie das Finale gegen Birgit Lange (FTV Frankfurt) mit 10:5 Treffern für sich entschieden hatte. Milena Zawadski wurde 3.

Der Herrendegen U11 war ein komplettes Heimspiel, waren doch nur Kasseler Fechter am Start. Mivin Dökmeci holte sich Gold und verwies Emil Gröll auf den Silberrang, Bronze ging an Karl Reez und Matwej Kuznecov. Auf den Plätzen folgen Karl Philipp, Milan Hanse, Max Melzer und Janosch Hartmann.

Das dritte Gold für Kassel sicherte sich Manuel Fares bei den Allerjüngsten, der Altersklasse U9. Eine weitere Bronzemedaille steuerte Frederick Fares (U13) zur guten Bilanz bei. Gute Platzierungen holten auch Giulietta Jankowski (7.) und ihre Vereinskameradin Freja Haunert (8.) im Damendegen U13. Im Damendegen U15 wurde Marlene Glaser 10.

Am stärksten besetzt war die Altersklasse der Senioren. Bei den Herren gab es 38 Starter, bei den Damen 24. Bei den Damen war Katrin Meißner beste Kasseler Fechterin, die ins Finale der besten acht einzog undsich – nach längerer Trainingspause – den 7. Platz sicherte. Das Viertelfinale gegen Elin Mayer (Eintracht Frankfurt) hatte sie hauchdünn 14:15 verloren. Nur knapp verpassten Pauline Glaser (9.), Elisa Süvern (10.), Martina Neitzke (12.)und Sabine Glaser (17.) das Finale. Das Turnier gewann sensationell die Friesenheimerin Bettina Fichtel (Jahrgang 1966), die mehr als doppelt so alt wie die folgenden sieben Fechterinnen in der Ergebnisliste ist.

Bei den Senioren-Herren waren die südhessischen Vereine stark, ergänzt durch den international erfolgreichen Fechter Crijn Verwaal aus Belgien. Moritz Glaser focht stark, aber nicht in Bestform. Er unterlag Jann-Rouven Schmidt (Offenbach) mit 12:15 Treffern und kam auf Platz 9. Oscar Lange Cantalapiedra zeigte gegen den Belgier Verwaal einen sehr starken Auftritt, musste das Gefecht aber doch 8:14 verloren geben. Platz 10 für Oscar.

Aus sportlicher Sicht also eine gute, wenn auch nicht exzellente Bilanz für den Fechtclub Kassel. Aus organisatorischer Sicht war das Turnier ein großer Erfolg, vor allem durch den neuen inklusiven Wettbewerb. Das Herkulesturnier wurde in diesem Jahr bereits zum 22. Mal ausgetragen. In Erinnerung an seinen verstorbenen Fechtmeister hat der Fechtclub ihm den Untertitel Maître-Dominique-Gauvillé-Gedächtnisturnier gegeben. (Olaf Dellit)

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